Wicklungen der RH205-Motoren
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07/10/2026Mittelmotor: die Alternative für Reiche?
Die chinesische Masse
Da China der große Lieferant von Elektromotoren für Fahrräder ist, stammen die am häufigsten benutzten Motoren daher.
Die Chinesen brauchen zuverlässige Motoren, mit variable Leistung (von kleinen Falt-Rädern bis zu Lieferdreirädern) und günstig. Neben dem Binnenmarkt beliefert China auch Europa und die USA. Bei einer Motorproduktion, die jährlich in Zehnmillionen gezählt wird, sind die Skaleneffekte sehr bedeutend und der Preis dieser Motoren ist hyperwettbewerbsfähig: zunächst für den lokalen Markt bestimmt, erscheint der auf internationalen Markt gelangte Preis westlichen Maßstäben lächerlich.
In Europa sind die europäisierten 8FUN-Bafang-Motoren (<250W) in integrierten Produkten oder Kits sehr präsent. In Nordamerika ist vielmehr Nine Continent der Markt-König dank Preis, Zuverlässigkeit und Fähigkeit, hohe Leistungen zu verkraften.
In allen Fällen sind es Nabenmotoren, in das Rad integrierte Motoren, die eine einfache Installation auf fast allen Radtypen erlauben, selbst auf spezifischen Rädern wie kleinen Falt-Rädern, Liegerädern, Trikes, Cargobikes…
Die westliche Alternative: der Mittelmotor
Diese Millionen von Motoren aus China hindern manche Hersteller nicht, das Konzept des Elektrofahrradmotors neu zu definieren: Tatsächlich bieten Marken wie Bosch oder Panasonic „Mittelmotoren“. Das sind Motoren, die nicht in die Radnabe integriert sind, sondern ihre zentrale Position am Rad nahe der Tretlagerachse einnehmen.
Unten ein Schema eines Mittelmotors der Marke Kalkhoff (auf dieser Seite sichtbar), der den Panasonic-Block nutzt:
Unten ein Schema der Marke Kalkhoff, das das Funktionsprinzip des Mittelmotors demonstriert :
Unten ein Scott mit Bosch-Mittelmotor, entnommen der Website von Scott:
Der Bosch-Motor trebt seinerseits direkt das Tretlager an (Details auf der BOSCH-Site). Diese Lösung integriert Motor, Antrieb, Sensoren und elektronische Steuerung!
Es ist eine schöne technologische Lösung und BOSCH rüstet bereits dreißig Fahrradmarken aus, darunter Scott, Cannondale, Merida etc.
Logischerweise sind Mittelmotoren auf Rädern installiert, deren Rahmen von Anfang an dafür definiert ist, den Block aufzunehmen. Sie sind also auf spezifischen und eher teuren Rädern montiert, deren Gesamtspezifikationen nach oben gezogen sind. Für ein Kalkhoff-Rad rechnen Sie mit einem Einstiegspreis von rund 3.000 €.
Für manche wird das mit ihrer Funktionsweise im Einklang sein. Für die Person in der Anfangsphase kann es zu hoch erscheinen. Für den, der das E-Bike schon kennt und die verschiedenen Komponenten selbst integrieren kann, gibt ein solches Budget die Mittel, ein „Traumrad“ zu bauen.
Auf China!
Die Chinesen sind immer eifrig, Marktanlässe zu nutzen. Seit 2012 bietet ein Hersteller von Mittelmotoren preisgünstige Kits an: GNGElectric. Dieses Kit hat mehrere Versionen erlebt (immerhin hört der Hersteller auf die Nutzer-Feedbacks), insbesondere weil der Antriebsriemen durch die mechanischen Belastungen rasch zerstört wurde.
Bei diesem Kits ist der Vorteil, dass man (einen Teil) seines Originalantriebs behalten kann, mindestens das Hinterrad samt Schaltung.
Sportler-Rad?
Der Mittelmotor treibt das Tretlager an! Dadurch nutzt der Motor die Getriebe des Rades und die vom Sensor bestimmte Hilfe erlaubt dem Radler, mit konstanter Trittfrequenz zu treten, unabhängig vom Streckenprofil. Für den, der Sport treiben will und dessen Trittfrequenz der Motorgeschwindigkeit entspricht, ist es perfekt.
Außerdem erlaubt die Motorposition eine schöne Balance, wenn es abseits der Straße ins Gelände geht.
Räder teurer als Autos!
Wenn Sie zwischen 6.000 und 13.000 $ haben, können Sie die von Optibike angebotenen Räder kaufen.
Unten der R11 für 13.900 $, angegeben für 53 km/h über 65 Kilometer.
Der Mittelmotor ist manchmal ein Juwelstück und die teuersten Räder nutzen diese Lösung: Andernfalls wäre der Wucherpreis für Motoren, deren Spezifikationen und Preis bekannt sind, ganz und gar ungerechtfertigt.
Unten der Audi „E-TRON“ (Verzeihung für den Namen) mit Mittelmotor… Herrlich, aber sein künftiger Preis wird auf 20.000 $ geschätzt…
Die Vorteile des Mittelmotors
- schönes mechanisches Bauteil, technische Perfektion und Raffinesse des Ganzen, eigens für den Motor gestalteter Rahmen (außer GNG-Kit!)
- Nutzung der im Rad integrierten Schaltung, konstante Trittfrequenz des Nutzers unabhängig vom Geländeprofil
- Motor ideal positioniert aus Sicht des Schwerpunkts für Geländeeinsatz
Die Nachteile
- hohe Radkosten
- komplexer Motor auf speziellem Rahmen (man kann das zu elektrifizierende Rad nicht behalten)
- „Tuning“ unmöglich (manchmal hat der Motor ein spezielles Kettenblatt, das gewechselt werden kann und mehr Länge ermöglicht)
- Motor und Controller intrinsisch verbunden: der Wechsel auf einen stärkeren oder anderen Controller ist fast unmöglich
- „Elektroroller-Modus“ unmöglich, der Momentsensor löst die Unterstützung aus
- Wiederverkauf des Motors allein auf dem Gebrauchtmarkt unmöglich
- Selbstreparaturen beinahe unmöglich
- bei den günstigsten Systemen: ausbaufähige Zuverlässigkeit, Ketten- oder Riemenbruch
Fazit
- eine teure (aber effiziente) Lösung, für den zahlungsfähigen westlichen Radfahrer gedacht
- eine monolithische, herstellerseitige „Alles-in-einem“-Lösung, geschlossen für den Fan, der definieren, entwerfen und verbessern mag

